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Pressemitteilung: SOB sucht nach Einsparungen
Zürichsee-Zeitungen Obersee vom 28.10.2009
Was der Schwyzer Kantonsrat zur Südostbahn letzte Woche beschloss, hat Auswirkungen. Und zwar über die Kantonsgrenzen hinaus.
Der Entscheid des Schwyzer Kantonsrates zum Nachtragskredit für die Mehrkosten beim Endausbau Bahnhof Biberbrugg kam am letzten Mittwoch wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Statt den Schwyzer Anteil von 638 000 Franken zu genehmigen, lehnte der Rat mit 43 zu 36 Stimmen das Gesuch der Südostbahn ab. Die Politiker warfen der Südostbahn (SOB) unter anderem fahrlässige Planung vor.
7 Millionen mehr
Der Endausbau der Bahnhofs Biberbrugg kostete nach ersten Berechnungen 23 Millionen Franken. Eine aktualisierte Hochrechnung der SOB wies im Sommer dieses Jahres einen Bedarf von 30 Millionen Franken aus. Und heute ist gemäss einem Info-Blatt der SOB die Rede von 31.1 Millionen Franken. Darum wurde die Privatbahn letzte Woche im Kantonsrat arg kritisiert. Es sei unverantwortlich und unprofessionell, wie die Bahn hier geplant habe, hiess es im Schwyzer Rat.
Trotz der erhobenen Vorwürfe bleibt der Entscheid des Kantonsrates für Marcel Latscha „eigentlich unerklärlich“. Der in Einsiedeln wohnhafte Latscha ist als Mitglied der Geschäftsleitung zuständig für den Bereich Bau. Die vorberatende Kommission des Kantonsrates hat sich gemäss Marcel Latscha „aus nachvollziehbaren Gründen zwar nicht begeistert gezeigt“, aber das Sachgeschäft dennoch zur Annahme empfohlen. Allein: Der Rat entschied anders.
Nun fehlen der Südostbahn nicht nur die 638 000 Franken aus dem Kanton Schwyz, sondern auch die zugesicherten Beträge vom Bund und den Kantonen Zürich und St. Gallen – insgesamt 1.7 Millionen Franken. Denn es ist üblich, dass die vier Vertragsparteien die Bezahlung ihres Anteils abhängig machen von der Zusicherung der anderen drei beteiligten Partner.
Projekt nicht gefährdet
Latscha erwartet nach dem Schwyzer Nein, dass auch die anderen Zahlungen nicht geleistet werden. Mit über 4 Millionen Franken trägt die Südostbahn die Hauptlast des Nachtragskredites allerdings selbst.
Die Ausbauarbeiten im Bahnhof Biberbrugg haben bereits vor ein paar Monaten begonnen. Derzeit entsteht eine neue Fussgängerunterführung unter den Perrons. Das Projekt eines Endausbaus des Bahnhofs Biberbrugg sieht Latscha nicht gefährdet: „Dieser für unsere Bahn wichtige Knotenpunkt muss erneuert werden. Da gibt es kein Hinterfragen.“ Doch wenn die Mittel fehlen, muss auf der Aufwandseite der Hebel angesetzt werden. „ Kein leichtes Unterfangen“, wie Latscha versichert. Die SOB suche nun nach möglichen Einsparungen. „Doch das haben wir bereits einmal gemacht.“ Da die Bahn in Biberbrugg keine Luxusvariante realisiere, befürchtet Marcel Latscha, dass die durch das Schwyzer Nein nun zwingenden Einsparungen letztlich die Kundinnen und Kunden treffen. „Wahrlich kein Entscheid im Sinne des öffentlichen Verkehrs.“
von Victor Kälin und Bert Schnüriger
Die Hagedorn AG ist, am Bau des Bahnhofs Biberbrugg, mit einer ARGE beteiligt.
